Persönliche Entwicklung einfach einfach!


Einfache Theorie des Lernens – und die Spirale des Erfolgs

Seit den 70er Jahren gibt es eine recht einfach beschriebene Theorie des Lernfortschritts, die sich seitdem aus ihrer einfachen Logik heraus gehalten hat. Tatsächlich werdet auch ihr diese Formen des Lernens im Alltag bereits kennengelernt haben, denn sie wendet sich selbst von ganz alleine an.

Sie zu kennen, beschleunigt das Wachstum einer speziellen Kompetenz zwar nicht unbedingt, jedoch hilft dir diese Kenntnis, dir über die eigenen Fähigkeiten im Klaren zu sein und so deine persönlichen Ziele klarer zu definieren. Stell dir diese Kompetenz- oder Lernstufen folgendermaßen vor:

Unbewusste Inkompetenz

Bewusste Inkompetenz

Bewusste Kompetenz

Unbewusste Kompetenz


Es wäre jedoch schade, diese Kompetenzstufen lediglich als voneinander getrennte und isolierte Phasen zu betrachten. Denn meist sind es die Menschen, die sich bereits in der unbewussten Kompetenz befinden, die am häufigsten die kleinen Fehler an sich wahrnehmen und damit auch gleichzeitig eine bewusste Inkompetenz aufzeigen.

Anders herum bilden Menschen in ihrer bewussten Kompetenz oft blinde Flecken und entwickeln mit diesem Hauch der Selbstüberschätzung eine unbewusste Inkompetenz. Du siehst also, dass das ein sehr einfaches, aber auch interessantes Modell ist, die Welt des Lernens zu betrachten. Ich versuche, dir die einzelnen Stufen an dieser Stelle einmal näher zu bringen.


Unbewusste Inkompetenz – und der unaufgeklärte Status

Dieser Status entsteht aus der Tatsache heraus, dass man sich aus unterschiedlichen Gründen niemals ernsthaft mit einem Thema auseinandergesetzt hat und es so bisher an sich vorbeilaufen ließ. Alles „richtig“ zu machen, ist selbstverständlich trotzdem das eigene Ziel.

Schlechte Ernährung eignet sich hier als bestes Beispiel: Oft passiert es, dass Menschen denken, sie würden sich gut ernähren, jedoch haben sie unter Umständen gar keine Ahnung von Inhaltsstoffen, Energiehaushalt und Stoffwechsel. Ohne jemanden, der ihnen diese Dinge aktiv zeigt, werden sie diese lebenserweiternden Informationen eventuell nie wahrnehmen und können ihre Ernährung so auch nicht verbessern.

Im sozialen Bereich benimmt man sich aufgrund dieser Unwissenheit eventuell wie die Axt im Walde, ohne das eigene Verhalten oder die sozialen Konsequenzen für sich selbst zu spiegeln. Das können kleinere und größere soziale Schwächen sein, die sich entsprechend äußern. Wenn dir jedoch niemand ein Feedback dazu gibt oder du selbst nie eine Art Erleuchtung erfährst, wirst du dich in diesen Punkten auch nicht entwickeln können.


Bewusste Inkompetenz - und der Wille zu lernen

In diesem Part der Lernstufen bist du schon einen Schritt weiter: Du hast deine Schwächen oder entsprechenden Fähigkeiten erkannt, verstehst dein fehlendes Vermögen von Kompetenz in einem bestimmten Bereich und beschließt, daran aktiv zu arbeiten.

Ich empfinde diese Phase als die wichtigste der vier Phasen: Erst, wenn du eine Landkarte auf den Tisch legst und erkennst, dass du in eine gewisse Richtung läufst, kannst du deinen persönlichen Kurs ändern und dich so auf einen interessanteren, abenteuerlichen Pfad begeben.

Du verstehst an diesem Punkt, dass du dich mit deinen Fähigkeiten auseinandersetzen solltest. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass du in diesem Bereich vorher sehr schlecht warst. Auch kleine „Fehler“ kannst du auf diese Weise erkennen und somit ausbessern.
Auf diese Art und Weise kann man also nicht nur dringend notwendige Kompetenzen verbessern, sondern auch an kleinen Details feilen und sich so in einen positiven Kreislauf begeben.


Bewusste Kompetenz – und gewusst wie

In dieser Stufe hast du schon eine Menge geschafft: Du hast dir Wissen oder Fähigkeiten angeeignet und bist dir dessen auch bewusst. Das heißt, du kennst die theoretische und praktische Anwendbarkeit dieser Kenntnisse und freust dich daher über dein neu gewonnenes Wissen. An diesem Punkt wendest du deine Fertigkeiten aktiv an und denkst gleichzeitig über deine neuen Skills nach und reflektierst sie im Idealfall, um sie so noch zu verbessern.

Bei Erreichen der bewussten Kompetenz ist es das Wichtigste, deine neuen Möglichkeiten regelmäßig anzuwenden und zu verstehen, welche Teile du davon in deinem Alltag anwenden und mit deinem Umfeld vereinbaren kannst. Dabei solltest du jedoch nicht vergessen, dass du mit allem Gelernten wiederum nur einen kleinen Teil deines persönlichen Universums erforscht hast. Keine Frage, du hast schon viel erreicht! 

Der größte Fehler wäre es nun aber, aus diesem durchaus berechtigten Stolz auf dich selbst, Hochmut zu entwickeln und somit blinde Flecken für deine weitere Entwicklung zu erlauben. Deine Reise fängt nämlich jetzt erst richtig an.


Unbewusste Kompetenz – und natürliches Verhalten

Sicher bist auch du bereits einer Persönlichkeit begegnet, die dich zutiefst beeindruckt hat. Sicher brannte dir dann folgende Frage unter den Nägeln: Wie hat er/sie nur diese Fähigkeiten erworben und warum nutzt er/sie dieses Know-how, als wäre es für ihn/sie selbstverständlich? Denn bei genauerem Betrachten scheint dieser Person ihre Fähigkeit besonders leicht zu fallen. Und besonders beneidenswert: Tatsächlich ist dem auch so!

Das hat auch einen ganz simplen Grund: Dieser Mensch hat diese Kompetenz in der Vergangenheit einfach täglich angewandt, so dass sie für ihn – wie z.B. das Atmen – zu einem natürlichen Verhalten wurde. 

Nun beginnt der Teufelskreis, oder wie ich ihn gerne nenne, Engelskreis des Lernens. Je mehr unbewusste Kompetenz du in einem Thema aufbaust, desto stärker fallen dir auch deine kleinsten Mängel auf. Doch das Gute daran: Gleichzeitig werden dir auch deine Möglichkeiten klar, diese Fehler zu beseitigen. Du schwingst dich also automatisch zurück in die bewusste Inkompetenz und beginnst den Lernprozess von vorne. Und keine Sorge, dabei wird es nicht langweilig! 

Der Weg zum Ziel der unbewussten Kompetenz wird dieses Mal nämlich nicht der gleiche sein, sondern du wirst einen der vielen anderen Pfade wählen, sodass der Lernprozess auch immer schön spannend bleibt!


Fazit

Du siehst, dass dich die Stufen der Kompetenz in eine ewige Spirale des Lernens und der Entwicklung geleiten. Wenn du dies zulässt und erkennst, wirst du sehr schnell beginnen, diesen Weg zu lieben und dich darauf freuen, neue bisher unentdeckte Pfade zu beschreiten.

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in den gewaltigen Kosmos deiner Möglichkeiten verschaffen und wünsche dir in deinem lebenslangen Lernen viel Erfolg und allen voran eine ganze Menge Vergnügen!